Beitragsbild: Beastie Boys – "Paul's Boutique"

Beastie Boys – „Paul’s Boutique“ • 30 Jahre


„Paul’s Boutique“, das zweite Studioalbum der Beastie Boys, wurde heute vor 30 Jahren, am 25. Juli 1989, veröffentlicht. Es gilt als eines der bedeutendsten Hip-Hop-Alben der Musikgeschichte und findet sich in vielen Beste-Alben-Aller-Zeiten-Listen (Auswahl hier bei Wikipedia).

Ich gebe zu, dass ich das Album zunächst nicht verstanden habe. Mein ältester Bruder hatte sich das Album 1989 auf Vinyl gekauft und ich wußte ewig nicht, welche Tracks des Albums ich mir auf Kassette überspielen sollte. Klar, Tracks wie „Shake Your Rump“ oder „Car Thief“ blieben sofort hängen, aber viele Tracks verursachten bei mir nur Kopfschütteln. WTF war das?

Das war definitiv nicht das Album, das ich erwartet hatte. Das legendäre Debütalbum der Beastie Boys, Licensed to Ill“ (1986) auf Def Jam, war das erste Hip-Hop-Album, das jemals an der Spitze der amerikanischen Album-Charts stand. Selbst in Deutschland kannte damals wirklich j-e-d-e-r Tracks wie „Fight For Your Right“ oder „Girls“.

Soundtechnisch war „Licensed to Ill“ von dem Produzenten Rick Rubin beeinflusst (der übrigens parallel ein Album für Slayer produzierte, ja genau, die Thrash Metal Band). Einige Tracks waren von Gitarren geprägt aber Samples wurden ebenfalls eingesetzt. Das Album entstand in New York City, der Heimat von Michael „Mike D“ Diamond, Adam „Ad-Rock“ Horovitz und Adam „MCA“ Yauch (R.I.P. , 5. August 1964 – 4. Mai 2012).

„Paul’s Boutique“ entstand überwiegend in Los Angeles und wurde von den Dust Brothers produziert, die sonst z. B. für Beck produzierten oder den Soundtrack für „Fight Club“ gemacht haben. Statt Rock-lastigen Tracks gab es nun Samples über Samples, insgesamt wurden angeblich über 100 (!) Lieder für „Paul’s Boutique“ gesamplet. Nach der Trennung von Def Jam wurde „Paul’s Boutique“ vom Label Capitol veröffentlicht.

Im „Beastie Boys Book“ erinnert sich Mike D.:

We loved the Dust Brothers‘ shit the second we heard it and immediately wanted to work with them on our next record; their stuff had an entirely different vibe than the tracks on ‚Licensed to Ill‘: funkier, jazzier, less classic rock, more R&B. It also pushed the boundaries of what we thought was possible with sample-based music.(M. Diamond, A. Horovitz, „Beastie Boys Book“, 2018, Spiegel & Grau, Seite 272)

Ich war nicht der einzige, der den neuen Beastie Boys Sound nicht richtig einordnen konnte: „Paul’s Boutique“ war kommerziell anfangs nicht besonders erfolgreich; Platz 14 der US-Album-Charts, Platz 28 in Deutschland. Erst über die Jahre entwickelte es sich zum Kritiker-Liebling und schließlich zum anerkannten Hip-Hop- oder sogar Musik-Klassiker.

Offenbar war die Entwicklung der Beastie Boys zwischen 1986 – 1989 für viele Fans – mich eingeschlossen – zu schnell. Interessanterweise ist „Paul’s Boutique“ seit einigen Jahren mein Lieblingsalbum der Beastie Boys – weit vor „Licensed to Ill“. Das Album ist ein echter „Grower“ bzw. es „aged well“ wie man im Englischen sagen würde.

Auf say say • soulful hip-hop radio hörst du natürlich viele Tracks aus „Paul’s Boutique“ von den Beastie Boys!


Fun Facts zu „Paul’s Boutique“ von den Beastie Boys

Zwei Fun Facts zu „Paul’s Boutique“ aus dem sehr empfehlenswerten „Beastie Boys Book“:

  • Erinnerst du dich an die Pause im Track „Shake Your Rump“, in der jemand „Is your name Michael Diamond“ sagt? Das war ein Bote der Plattenfirma, der den Jungs gerade einen Teil ihres Vorschusses bar (!) ins Studio gebracht hatte. (a.a.O., Seite 275 f.)
  • Wie sollte das Album promotet werden? Vorschlag der Plattenfirma: die Beastie Boys sollten einen Diss-Track gegen MC Hammer machen. MC Hammer war bei derselben Plattenfirma unter Vertrag, so dass man ihn leicht hätte kontaktieren können, um ihm zu sagen, dass der Diss nicht ernst gemeint war. Die Beastie Boys lehnten den Vorschlag ab. (a.a.O., S. 294).

Anniversary Edition von „Paul’s Boutique“ von den Beastie Boys

Vor 10 Jahren, zum 20. Jubiläum, wurde eine remastered Version von „Paul’s Boutique“ veröffentlicht. Bonus-Tracks gab es nicht, aber immerhin wurde das ursprünglich >12 Minuten lange Hip-Hop-Medley „B-Boy Bouillabaisse“ in einzelne Tracks aufgeteilt, so dass man Perlen wie „Hello Brooklyn“ (vielen vom gleichnamigen Jay-Z Track bekannt) direkt ansteuern kann.

Hast du Lust bekommen, „Paul’s Boutique“ zu hören? Kein Problem – kannst du direkt hier unten in diesem Beitrag streamen, sogar die „20th Anniversary Remastered Edition“! Enjoy!


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Kategorie: News | Autor: Freddy | Fotograf (unseres Titelfotos oben, nicht des Album Covers): Eric Anders

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