DMX Sony BMG 2006

RIP DMX – unser Nachruf

Jetzt ist wirklich das eingetreten, was man befürchtet hatte, aber von dem man bis zum Ende gehofft hatte, dass es nicht eintritt: Earl Simmons, der Hip-Hop Welt besser bekannt als DMX, ist am heutigen 9. April 2021 im Alter von 50 Jahren an den Folgen einer Überdosis gestorben. Er lag seit dem 3. April 2021 mit wenig Gehirnaktivität in einem Krankenhaus in White Plains im Bundesstaat New York, die Aussichten aufs Überleben sind laut Aussagen der Ärzte bescheiden gewesen – aber wenn man es jemandem zugetraut hätte diesen Kampf zu gewinnen, dann X.

Sein ganzes Leben war bereits geprägt von Kämpfen. Aufgewachsen in einer von Armut geplagten Familie, eine überforderte Mutter, die ihn schon früh geschlagen hat, früher Kontakt zur Kriminalität und zu Drogen. DMX litt nach eigenen Angaben außerdem an einer bipolaren Störung. Sein Ausweg: Der Hip-Hop. Über eine Vorliebe für Beats (sein Künstlername kommt von der Beatmachine) kam er zum Rappen und machte sich Anfang/Mitte der 90er einen ersten Namen in der Rapszene.

Seine unfassbar tiefe und druckvolle Stimme wurde zum Markenzeichen, durch die seine Songs eine unvergleichbare Aggressivität und Raue bekamen. Gleichzeit war DMX ein wahnsinnig charismatischer und emotionaler Rapper, der auf reflektierten Tracks wie Slippin‘ Gänsehaut erzeugen konnte.

Musikvideo zu Slippin‘ von DMX

In den späten 90ern und den frühen 2000er Jahren wurde er zu einem DER Rap-Superstars. Alben wie It’s Dark and Hell Is Hot oder … And Then There Was X sind legendär, Songs wie Ruff Ryders‘ Anthem und X Gon‘ Give It To Ya kann man wohl heute noch irgendjemand ansatzweise Rapbegeistertem zeigen und die Person kennt es. Zeitlose Musik eben, die viele weitere Rapkarrieren geboren hat.

Die Ruff Ryders‘ Anthem wurde zudem in einem Hollywood-Film verewigt. In einer legendären Szene des Films Einmal Himmel und zurück (Original: Down To Earth, 2001) rappten Chris Rock bzw. Brian Rhodes den Track:

Ausschnitt aus dem Kinofilm Down to Earth (2001)

Nicht nur seine Musik schaffte es nach Hollywood – auch DMX selbst überzeugte als Schauspieler in Filmen wie Romeo Must Die an der Seite von Jet Li und Aaliyah oder Exit Wounds mit Steven Seagal.

Trotz zahlloser Nr. 1 Alben, erfolgreichen Singles und weiteren Erfolgen begleiteten ihn seine Dämonen dauerhaft. Er wurde die Drogenabhängigkeit, die er seit frühen Teenagerjahren mit sich trug, auch mit mehreren Entzügen nie ganz los. Und so haben uns die Drogen am Ende leider Gottes einen weiteren großen Rapper viel zu früh genommen.

In den letzten Tagen fanden sich viele Fans vor dem White Plains Hospital ein, um ihr Mitgefühl auszudrücken und gemeinsam für DMX zu beten. Auf Social Media gab es unzählige „pray for DMX“ posts. Im Zuge dieser Posts fanden wir die Geschichte einer Frau sehr schön, die zufällig mit ihrer Tochter auf einem Flug neben DMX saß und einen interessanten Blick auf den Menschen DMX gewährt:

Das ist der erste Tweet/Beginn der Geschichte; lies dir für die Geschichte den ganzen Thread durch. Lohnt sich!

Schau dir unten nochmal seinen legendären Auftritt ’99 beim Woodstock Festival vor 200.000 Menschen (Quelle: Guardian) an. Genauso wird DMX uns in Erinnerung bleiben – als absolute Rap-Maschine und Performer. Rest in power X! Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen die ihm nahestanden.



Autoren: Matthi & Freddy | © Beitragsbild: Sony BMG

Our Blog