Lyric Jones Football Field by DrewVisions

Geheimtipp: Lyric Jones – Soulful Vibes, die nicht nur im Underground stattfinden sollten

Emcee. Vocalist. Drummer. Diese drei Wörter prangern in großen Lettern auf der Homepage von Hip-Hop Künstlerin Lyric Jones – und geben damit einen ersten Sneak Peek ins große Repertoire unseres heutigen Geheimtipps. Dieses Format stellt Künstler:innen vor, die trotz riesigem Talent (noch) ungleich Aufmerksamkeit erhalten und deshalb unter dem Radar fliegen.

Die mittlerweile in Los Angeles lebende Rapperin kann bereits ein executive produced Album von Phonte, der einen Hälfte der legendären Underground-Gruppe Little Brother, sowie Features mit diesen, Vic Mensa oder Blu & Exile vorweisen. Ihre Verortung findet also schon von Natur aus mehr im Underground-Bereich des Hip-Hop statt, trotzdem finden wir hier bei say say, dass ihr Name deutlich geläufiger sein sollte. Deshalb spielen wir Lyric Jones nicht nur schon seit langer Zeit auf unserem Sender, sondern stellen sie dir heute in diesem Blogpost noch etwas genauer vor.

Lyric Jones by J3COLLECTION
Lyric Jones // ©: J3COLLECTION

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Vorstellung Lyric Jones

Die 1988 geborene Rapperin kommt ursprünglich aus New England und ist also traditionell eher East Coast-geprägt. Nicht umsonst nennt sie Nas und Black Thought als zwei ihrer größten (Rap)Einflüsse neben R&B-Sängerinnen wie Ledisi, Jill Scott oder Georgia Anne Muldrow. Schon in jungen Jahren wird klar: Jones begeistert sich gleichermaßen fürs Rappen UND Singen, nebenbei hat sie noch Talente an den Drums. Ob Jazz, R&B, Soul oder Hip-Hop: Hauptsache es hat Groove, ist soulful und klingt gut! Sie besucht deshalb in Boston das Berklee College of Music und strebt eine eigene Karriere in der Musikwelt an. I love Hip Hop, Jazz & Soul, so the world is gonna see it lässt sie die Menschen auf ihrer Website über sich selbst wissen.

Sie trifft im College auf den Professor Brian Ellis, der das ganze etwas professionalisiert. Mit ihm nimmt sie erstmals einige Songs auf und spielt einige kleinere Gigs rund um Boston. Richtig los geht es nach eigenen Aussagen aber mit dem Umzug nach Atlanta, wo sie nicht nur Journalismus studiert sondern auch erste Kontakte in Hip-Hop Kreisen knüpft und sich dort langsam einen Namen macht. Berufsbedingt führt sie ihre Reise letzten Endes auf die andere Seite von Amerika und so atmet sie seit 2012 den Westküsten-Vibe von Los Angeles ein. Dort lebt sie seitdem, released regelmäßig Musik und ist als Rap Techniques Lehrerin im Musicians Institute angestellt.

Überzeug dich von ihrem Talent am Schlagzeug und am Mic mit ihrem Tiny Desk (Home) Concert, das wir auch schon in unserer Liste der 10 soulful Tiny Desk Auftritte vorgestellt haben.


Veröffentlichungen von Lyric Jones & Kollaborationen in der Szene

Von Los Angeles aus erscheint 2012 ihr Debütalbum Jones St. (Nicht im Streaming verfügbar; Bandcamp-Link zum Album). Die 16 Tracks starke LP gibt ihr erstmals die Möglichkeit, ihre Liebe für Hip-Hop, Soul und Jazz auf Albumlänge zu vereinen. Wunderschön gesungene Hooks und straighte Bars in den Verses – die hungrige MC stellt sich und das Resultat ihre vegangenen Jahre harter Arbeit endlich der Welt vor. Sogar der mittlerweile leider verstorbene Phife Dawg (RIP!) von A Tribe Called Quest schaltet sich per Interlude aufs Album ein und bescheinigt der aufstrebenden Rapperin eine Menge Talent: Yo Lyric, it’s your brother Phife. Yousa ILL Mc. Point blank, period.

Er ist nicht der einzige gestandene Rapper, der ihre Skills erkennt. Ihre Musik bleibt in der Szene nicht unerkannt und so kommen über die Jahre Kollaborationen mit Blu & Exile (Constellations), Rah Digga (Ski Mask Way), Nameless (Kollabo-Album GA$ MONEY) oder Skyzoo (Purple Hwy) zusammen. Vor allem aber ein Aufeinandertreffen mit Little Brother erweist sich als nachhaltig. Nicht nur kommen mit Phonte und Rapper Big Pooh die beiden Überbleibsel aus dem ehemaligen Trio zum ersten Mal seit der Auflösung 2010 wieder als Featuregäste auf einem Track (Cruisin) vor, Phonte übernimmt auch noch die gesamte Produktionsaufsicht über Lyric Jones‘ 2020 erscheinendes Album Closer Than They Appear.

Dieses Album ist definitiv mein bisheriger Favorit aus ihrer Diskographie, denn hier liegt der Fokus neben ihrem gewohnt soulful Hybrid aus Gesang und Rap vor allem auf der Selbstreflektion. Seit acht Jahren hat Lyric Jones zu diesem Zeitpunkt schon professionell Musik gemacht und währenddessen natürlich auch gemerkt, dass nicht alle Künstler:innen Platz am Füllhorn finden. Is a viable music career still attainable for me? Did I say all I have
to say? Did I do all I was supposed to do?
sind deshalb Fragen gewesen, die sie sich während des Albumserstellungsprozess gestellt hat. Sie beantwortet sich die Frage mit dem Albumtitel selber: Manche Dinge sind näher als man denkt. I see myself as an object in the mirror that may be closer to my career breakthrough and self- actualization than I think. Closer Than They Appear ist ein weiterer Schritt in diese Richtung und nicht nur die Co-Signs von der Größenordnung Little Brother oder Vic Mensa beweisen, dass sie sich immer weiter vorarbeitet. Und manchmal braucht es ja nur diesen einen richtigen Moment am richtigen Ort, die einen Artist mit einem Mal endgültig nach oben katapultieren. Verdient hätte sie es.


Lyric Jones bei say say

Unsere Geheimtipps hörst du neben all dem anderen dopen Hip-Hop, Soul & Funk regelmäßig bei uns im Programm – also natürlich auch Lyric Jones mit ihrem alten und neuerem Stuff!


Neu! Spotify Playlist von say say

Auf vielfachen Wunsch haben wir ganz neu bei Spotify eine Playlist eingerichtet, in der du ausgewählte Tracks der Künstler aus unserer Geheimtipp-Serie findest, wie:

Folg‘ der Liste, um auch in Zukunft keinen Geheimtipp zu verpassen. Viel Spaß beim Reinhören!


Um in Zukunft ein wenig nachvollziehen zu können, wo die Künstler:innen unserer Geheimtipp-Serie standen, als wir über sie berichtet haben, halten wir ein paar Eckdaten fest:

Lyric Jones, Stand 17. September 2021:

  • 2.933 monatliche Hörer:innen bei Spotify;
    meistgestreamter Track Show You How (ft. Vic Mensa) (177.857 Streams)
  • 23.100 Abonnenten bei Instagram
  • 7.219 Likes bei Facebook

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Autor: Matthi (Mostdope) | © Beitragsbild: Drew Vision

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