Mark Batson - Mischpult

Mark Batson – der unbekannte Hip-Hop Super-Producer mit 1.000+ unveröffentlichten Dr. Dre-Tracks

Was haben die Hip-Hop-Tracks „Just Lose It“ von Eminem, „Psycho“ von 50 Cent und „Lost One“ von Jay-Z gemeinsam? Das sind nicht nur bekannte Songs von drei der größten US-Amerikanischen Hip-Hop-Künstler, in den jeweiligen Song-Credits findet sich auch bei allen dreien ein vereinender Name: Mark Batson.

Der Hip-Hop-Produzent und Songwriter aus Bushwick, Brooklyn ist seit Anfang der 2000er Jahre eine feste Instanz in der amerikanischen Musikbranche. Egal ob beim Songwriting, beim Produzieren von einzelnen Liedern und ganzen Alben oder als Musiker – Batson hat in vielen erfolgreichen Musikprojekten seine Hand gehabt – vor allem im Hip-Hop. Seine Liste an Kollaborationspartnern liest sich wie das Who-is-who der Szene: Alicia Keys, 50 Cent, Beyonce, Dr. Dre oder Eminem sind nur einige der Namen, die bereits mit ihm zusammengearbeitet haben. So stehen bislang über 150 Millionen verkaufte Einheiten, an denen er mitgewirkt hat, zu Buche.

Trotz dieser Zahlen und sogar drei eingeheimsten Grammys ist er nur Wenigen Hip-Hop-Fans ein Begriff. Auf Twitter folgen ihm lediglich rund 2250 Nutzer, auf Instagram sind es immerhin knapp 8800 Follower. Das liegt daran, dass Batson es vorzieht, im Hintergrund zu agieren. Nur sehr selten gibt es Interviews von ihm, er steckt seine Energie lieber in die Arbeit an neuen Stücken. Beispielsweise hat er zuletzt an Eminems neustem Album Music To Be Murdered By“ mitgewirkt und das sensationelle Intro zu der von uns sehr gefeierten „Industry Games“ EP von CHIKA produziert.

Mark Batson (ganz links) im Studio mit u.a. Dr. Dre


Das Hip-Hop-Magazin HipHop-N-More hatte Anfang des Monats das Glück, ein Interview mit ihm führen zu dürfen (vollständige Interview hier). Gerade weil er so wenig in der Öffentlichkeit präsent ist, ist das Gespräch sehr interessant geworden. Der Producer hat einige spannende Einblicke in sein Leben und die Arbeit mit den Superstars, vor allem Dr. Dre, gegeben.

Wir haben fünf interessante Aussagen aus dem Interview für dich zusammengetragen:

  1. Mark Batson war der Musical Director für Kelis Band, die sie mit The Neptunes gründete. Auf ihrem Album Kaleidoscope“ von 1999 ist übrigens ein gewisser Terrar als Featuregast zu finden – heute besser bekannt unter dem Namen Pusha T.
  2. Batson hat zwischen 1.000 und 1.500 Songs mit Dr. Dre auf seiner Festplatte, die noch niemals das Tageslicht erblickt haben. Dre’s Arbeitsmoral sei unvergleichbar, aber er veröffentliche selten seine Musik.
  3. Apropos Dr. Dre: Für dessen schon öfters angeteasertes Album „Detox“ hat Batson rund 200 Tracks aufgenommen. Es ist aber wegen Dre’s Perfektionismus nicht sehr wahrscheinlich, dass es jemals released wird. Laut Mark mag Dre den Entstehungsprozess lieber als das endgültige Produkt und ist mit dem Kopf schon immer ein Projekt weiter.
  4. Nicht nur unveröffentlichte Projekte von Dre sind auf seinem Computer gespeichert. Auch Songs mit The Game, Nas, 50 Cent und Eminem sind irgendwann mal entstanden, haben es aber bislang noch nicht in eine Albumsform geschafft.
  5. Mit Dre entstehen die produktivsten Sessions, mit 50 Cent wohl die lustigsten. Zumindest erzählt Batson von den witzigsten Stunden, die er mit Fifty und seinen vielen Geschichten erlebt hat.

Für das komplette Interview bei HipHop-N-More klicke auf diesen Link. Anlass des Interviews war die Veröffentlichung von Mark Batsons Solo-Album „I Want To See You Shining“ unter dem Künstlernamen King Batson (hier findest du das Album auf Spotify; Vorsicht: unter „Mark Batson“ findet sich bei den Streaming-Diensten ein anderer Künstler). Statt klassischem Hip-Hop finden sich hier Spoken Word-Texte über atmosphärische Instrumentals.

Ganz sicher wirst du einige Hip-Hop-Tracks, an denen Mark Batson beteiligt war, auf say say • soulful hip-hop radio hören. Vielleicht ja sogar irgendwann mal die ganzen Tracks, die der Super-Producer im Moment noch auf seiner Festplatte versteckt hält…


Kurz-Interview mit Mark Batson


Autor: Matthi (Mostdope) | Beitragsbild: Ethan McArthur on Unsplash

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