J. Cole - The Off-Season - Cover

J. Cole „The Off-Season“ • neues Album veröffentlicht

Erstes ganz großes Release im Hip-Hop dieses Jahr: J. Cole meldet sich etwas mehr als drei Jahre nach seinem letzten Album KOD mit einer neuen Platte zurück. Mit nur einer zweiwöchigen Vorankündigung ist heute Nacht, am 14. Mai 2021, das heiß erwartete neue Album The Off-Season erschienen. Einige Zeilen zu seiner bisherigen Karriere, dem neuen Album und meine Eindrücke nach dem ersten Hören findest du hier im say say-Beitrag.


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Kurzvorstellung J. Cole

Jermaine Lamarr Cole wurde 1985 wegen der Stationierung seines amerikanischen Vaters tatsächlich in good old Germany (Frankfurt/Main) geboren. Die deutsche Mutter zog mit ihm und dem Bruder aber schon nach gut einem Jahr zurück in die Staaten (Fayetteville). Wie bei so vielen anderen Jugendlichen dieser Generation entwickelte er eine Liebe für den Hip-Hop, die bei ihm über das Hören hinausging und in einer Leidenschaft fürs Beats bauen und selber drauf rappen mündete. Wegen des Studiums zog er von North Carolina nach New York und veröffentlichte dort erste Mixtapes wie The Come Up oder The Warm Up.

J. Cole - 2011 - Sony
J. Cole Anfang der 2010er (© Sony)

2009 wurde ein gewisser Jay-Z mit seinem damals frisch gegründeten Label Roc Nation auf den Song Lights Please aufmerksam und witterte in Cole einen kommenden Superstar. Er platzierte den jungen Rapper auf dem Track A Star Is Born von The Blueprint 3 und machte ihn zum ersten Roc Nation-Signing. Jigga behielt mit seiner Prophezeiung eines geborenen Stars Recht, denn in den kommenden Jahren entwickelte sich sein Signing mit Alben wie Born Sinner oder 2014 Forest Hills Drive zu einem Superstar der Hip-Hop Szene. Einige seiner Alben verkaufen sich alleine in den Staaten über eine Million mal und Cole ist neben Rappern wie Kendrick Lamar oder Drake zu einem der Zugpferde der 2010er geworden. Rap mit Inhalt, wichtige Messages und ein kaum zu schlagendes Storytelling – das sind die Attribute, mit denen man ihn meistens verbindet.

Trotz alledem soll an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass leider auch Cole nicht frei von sexistischen Texten ist. Manche Tracks und Zeilen (gerade von den anfänglichen Werken) von ihm enthalten unangenehme Stellen, vor allem wenn er als Mann entscheiden möchte, welche Frau mehr und welche weniger zu respektieren sei (das alte „Good Girl vs B*tch“ Spiel).


Neues Album The Off-Season

Der Startschuss für das heute erschienene Album liegt bereits Jahre zurück. Im August 2018 hat Cole einen Freestyle mit dem bescheidenen Titel Album Of The Year veröffentlicht, in dessen Beschreibung er folgenden Zusatz schrieb: The Off Season coming soon… All roads lead to The Fall Off. Nun ist soon etwas auslegungsfähig und es hat bis zum Mai ’21 gedauert, dass das neue Album Release feiert, aber jetzt ist es da. Sein sechstes Studioalbum ist Teil der von ihm ausgerufenen Fall-Off Era, die er Ende 2020 in einem seiner rar gesäten Instagram-Posts angeteast hat (alle weiteren Infos dazu in diesem say say-Beitrag).

Nachdem es bis Anfang Mai nur selten Meldungen über den Dreamville-Rapper gab, konnte man sich in den Tagen vor Release kaum vor Cole-News retten. Eine Woche vor Albumveröffentlichung erschien mit i n t e r l u d e die erste Single des neuen Albums, einige Tage später kam die Kurz-Doku Applying Pressure zur Entstehung des Albums raus. Dazu gesellte sich ein (ziemlich fetter) Freestyle bei den Radiokollegen von den L.A. Leakers. Und last but not least machten noch News die Runde, dass J. Cole demnächst für ein professionelles Basketballteam in Ruanda spielen werde. Es wurde wirklich nicht still um ihn, die Promo-Phase ist jedenfalls mehr als gelungen!

Die erste ausgekoppelte Single i n t e r l u d e

Das neue Album schlägt nicht nur vom Namen her in die Kerbe der früheren Mixtapes The Warm Up oder The Come Up. Auch das Cover mit dem brennenden Basketballkorb im Hintergrund weist deutliche Parallelen zu den Covers früherer Werke auf, wo der glühende Basketballfan gerne mit Ball in der Hand posierte.

Im Vorfeld wurde viel diskutiert über das Feature-Thema: Hat er diesmal Gäste oder gibts wieder keine? Nur Coles ersten beiden Langspieler haben noch Features aufgeführt, die letzten drei LPs sind dagegen allesamt ohne Gastbeiträge gekommen. Der Linie bleibt er auch auf dem neuen Album treu – zumindest dem ersten Anschein nach. Die Tracklist der neuen Platte zeigt wieder keine Features an. Auf den Songs selber sind dann aber doch welche zu finden: Der legendäre Dipset-Rapper Cam’ron moderiert im Opener das Album an, hat aber keinen eigenen Verse. 21 Savage (mit dem Cole bereits 2018 den grammygewinnenden Song a lot gemacht hat) und Morray liefern Vocals für den dritten Track m y . l i f e ab. Für den Song p r i d e . i s . t h e . d e v i l hat er sich in Lil Baby einen der momentan gehyptesten Rapper in den Staaten geholt. Außerdem auf weiteren Tracks dabei: 6LACK und Dreamville-Kollege Bas.

Für Cole-Verhältnisse eine große Featureanzahl, die Produzentenmischung ist aber nochmal bunter: Unter anderem ist Timbaland mit einem Beat vertreten, des Weiteren finden sich T-Minus, Boi1da, TaeBeast und Jake One auf der Produzentenliste. J. Cole hat natürlich auch selber wieder Instrumentals gebastelt.


Erste Eindrücke

Nach dem ersten Durchlauf bin ich persönlich absolut begeistert von dem neuen Album! In der Kurz-Doku konnte man schon erfahren, dass er sich mit diesem Album persönlich nochmal challengen und weiterentwickeln wollte. Das hört man raus. Cole klingt wahnsinnig hungrig und hat seine drei Jahre zwischen den Alben offensichtlich genutzt, um in ein bestimmtes, sich selbst herausforderndes Mindset zu kommen. Im Basketball gibt es die berühmte (und hier namensgebende) Off-Season zwischen den einzelnen Seasons, die die Sportler dafür nutzen, um mental und köperlich wieder fit zu werden und angreifen zu können. Diese Mentalität scheint Cole übernommen zu haben und mehr als vorbereitet auf die kommende Zeit zu sein.

Dem Hype, den Cole in der vergangenen Zeit durch gelegentliche Aktionen selbst entfacht hat, hält er definitiv stand. Größtenteils wieder alleine in den Parts und mit einer großen Produzentenliste, die für variantenreiche Sounds sorgt, liefert Cole hier einfach nur ab. Trotz Rückbezug zu alten Ären sind die Texte deutlich angenehmer als noch zu früheren Zeiten. Stattdessen scheint hier ein Mann seine Liebe fürs Rappen nochmal neu befeuert zu haben und das auch mit ins Studio gebracht zu haben. Man muss sich vermutlich nicht weit aus dem Fenster zu lehnen, um zu sagen: Das wird wohl um den Titel Album des Jahres mitspielen.


Songs des Albums findest du selbstverständlich ab sofort auch im Programm von say say • soulful hip-hop radio. Nach dem ersten Hören besonders angetan haben es uns..

  • Track Nr. 1 – 9 5 . s o u t h
  • Track Nr. 3 – m y . l i f e
  • Track Nr. 11 – c l o s e

J. Cole – „The Off-Season“ • Shortfacts

Künstler: J. Cole
Album: The Off-Season
VÖ: 14. Mai 2021
Anzahl der Tracks: 39:08 Min.
Laufzeit: 12
Label: Dreamville / Roc Nation Records / Interscope Records


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J. Cole – „The Off-Season“ • Album bei Spotify streamen



Autor: Matthi (Mostdope) | © Beitragsbild: Dreamville / Roc Nation Records

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