Jay-Z Woche - Reasonable Doubt 25 Jubiläum - Illustration Henrike Ott

JAY-Z WOCHE auf say say (21.–27. Juni) • Jay-Zs Alben im Wandel der Zeit

Diesen Freitag vor 25 Jahren, am 25. Juni 1996, ist Reasonable Doubt, das Debütalbum von Jay-Z aka Hov aka Jigga aka Jay Hova, erschienen. Das ist für uns ein Grund zu feiern und eine ganze JAY-Z WOCHE hier bei say say zu starten. Vom 21. Juni bis zum 27. Juni wirst du

  • BEST OF JAY-Z SPECIAL MIXE hören,
  • in der MORNINGSHOW live (Donnerstag und Freitag, 8–10 Uhr) viele Hintergrundinfos zu Jay-Z erfahren,
  • in der MORNINGSHOW LIGHT (Montag bis Mittwoch, 6–10 Uhr) Beiträge zu Jay-Z hören,
  • spannende Blogeinträge wie diesen hier auf say-say.de lesen und
  • natürlich die ganze Woche viel Musik von Jay-Z auf say say hören

Jays Karriere ist so lang, dass seine Zusammenarbeit über Leute wie Biggie über Lil Wayne über Drake bis hin zu Travis Scott reicht. Seine Diskographie umfasst 13 Soloalben, fünf Kollaboalben, mehrere Best-Ofs und unzählige Features. Kurzum: Jay hat den Hip-Hop mitgeprägt wie kaum jemand sonst. Er hat viele Rapper:innen kommen, aber auch einige gehen sehen. Wir haben uns gefragt: Was passierte eigentlich parallel zu seinen Soloalbum-Releases im Hip-Hop? Welche Alben und Songs gingen durch die Decke und welche Rolle spielte Hov währenddessen?

Herausgekommen ist eine Zeitreise durch die Hip-Hop-Geschichte anhand Jay-Zs 13 Solo-Alben. Enjoy!


Solche Beiträge kann es nur mit deiner Unterstützung geben. Bitte nimm‘ dir jetzt eine Minute für #25forsaysay!


Reasonable Doubt (25. Juni 1996)

Reasonable Doubt - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

The number one question is can the Feds get us?

Im Rückblick ist 1996 im Hip-Hop vor allem das Jahr, in dem der Höhepunkt der East-Coast/West-Coast Rivalität erreicht wurde und mit 2Pac einer der wichtigsten Protagonisten gestorben ist. The Notorious B.I.G. als einer der anderen Hauptdarsteller ist dagegen noch lebendig vertreten auf dem Debüt einer kommenden legendären Figur des Hip-Hop: Jay-Z startet seine Albumkarriere mit Reasonable Doubt.

Das Album gilt allerdings anfangs eher als Hood Classic, der große Mainstreamerfolg bleibt aus. Vor allem Boom Bap Beats von DJ Premier, Clark Kent oder Ski und der durch Raekwon wieder groß gemachte Mafioso-Rap stehen im Vordergrund. Jigga als geborener Hustler ist wie gemacht für diese Art von Rap, die das Gangsterleben in den Mittelpunkt rückt.

Die ganz großen Hip-Hop Alben des Jahres kommen beide am 13. Februar: Die Fugees releasen The Score, 2Pac veröffentlicht mit All Eyez On Me das erste seiner zwei Alben aus 1996 (Jubiläumspost auf say say dazu hier). Ansonsten führt Ghostface Killah mit Ironman die Reihe an erfolgreichen Solodebüts des Wu-Tang Clans weiter, Redman legt mit Muddy Waters ein großartiges Album hin, Nas präsentiert mit It Was Written den Nachfolger zum Klassikerdebüt Illmatic und Blackstreet haben mit No Diggity einen der Hits des Jahres.

Zwei Frauen betreten die große Hip-Hop Bühne: Lil‘ Kims Debüt Hard Core wird zum (bis dato) höchst einsteigenden Female Rap Album und Foxy Brown schlägt ebenfalls große Wellen mit ihrem Debüt Ill Na Na. Mit dabei u.a.: Jay-Z auf der Hitsingle I’ll Be.


In My Lifetime, Vol.1 (4. November 1997)

In My Lifetime, Vol.1 - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

I’m from where they ball and breed rhyme stars
I’m from Marcy, son, just thought I’d remind y’all

Jay-Z beginnt seine Vol.-Reihe mit dem ersten Part In My Lifetime und liefert ein deutlich radiotauglicheres zweites Album ab (Platz 3 der US-Charts) – und das liegt vor allem an Puff Daddy. Auf dem liegt dieses Jahr sowieso das Spotlight. Der und seine Bad Boy Records beweisen, dass sie es auch ohne den Anfang des Jahres getöteten Biggie können. Diddy steht durch seine (Mit)arbeit an Songs wie Can’t Nobody Hold Me Down, Hypnotize, I’ll Be Missing You oder Honey fast dauerhaft an der Spitze der US-Singlecharts.

Selbstverständlich ist Diddy auch an Vol.1 beteiligt. Sein Producerteam Hitmen übernimmt den Großteil der Produktionen und macht das Album etwas geschliffener als den Vorgänger. Auch als Featuregast ist Puffy gemeinsam mit Lil‘ Kim auf I Know What Girls Like zu finden.

Am 9. März 1997 verliert Jay-Z seinen Kumpel Biggie; ein Foto der beiden gemeinsam auf einer Bühne findet sich im Booklet zu In My Lifetime Vol. 1.

Was sonst geschah: Missy Elliott betritt mit Timbaland im Schlepptau durch das Debüt Supa Dupa Fly die Bühne. Die Fugees sind nach ihrem Erfolg vom letzten Jahr schon wieder aufgelöst und Wyclef Jean begeht mit The Carnival erstmalig Solopfade. 2Pacs und Biggies jeweilig erste posthume Alben werden released, wobei Biggies Life After Death ungleich erfolgreicher wird.


Vol.2… Hard Knock Life (29. September 1998)

Vol.2... Hard Knock Life - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

It’s the hard knock life for us

Vol.2 wird im Jahr drauf veröffentlicht und bringt Jay den ersten richtig großen Hit seiner Karriere ein: Den Titeltrack Hard Knock Life (Ghetto Anthem). Vol.2 beginnt außerdem seinen beispiellosen Run von 14 Nummer Eins Alben in Folge.

Die größten Erfolge 1998 feiert aber DMX. Der erobert die Rap-Welt im Sturm mit seinem Debütalbum It’s Dark and Hell Is Hot samt dem zugehörigen Superhit Ruff Ryder’s Anthem. Noch im selben Jahr folgt sein zweites Album das ebenfalls Platz 1 erreicht, genauso wie die in kurzen Abständen folgenden drei Alben. Jigga ist natürlich schnell verwurzelt mit dem Up-And-Coming Superstar und wird auf DMX zweitem Album gefeatured. Ruff Ryders-Hausproduzent Swizz Beatz ist genauso wie Timbaland oder Irv Gotti stark an der Instrumentalgestaltung von Vol.2 beteiligt.

Ansonsten erblicken viele legendäre Alben 1998 das Licht der Hip-Hop Welt. Lauryn Hill betritt mit The Miseducation of Lauryn Hill (wie Wyclef ein Jahr zuvor) Soloterrain, Mos Def und Talib Kweli legen als Black Star einen Conscious-Rap Klassiker hin, Big Pun released Capital Punishment und Gang Starr veröffentlichen durch Moment Of Truth Boom Bap in seiner Reinform.


Vol.3… Life and Times of S. Carter (28. Dezember 1999)

Vol. 3... Life and Times of S. Carter - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

S Dot Carter, ya’ll must try harder
Competetion is nada

1999 markiert den Abschluss der erfolgreichen Vol.-Trilogie. Passend zu seinem stetig wachsenden Superstar-Status wird das Album soundtechnisch von den ganz großen Namen wie DJ Premier, Timbaland, Swizz Beatz und Rockwilder geprägt. Vor allem Big Pimpin (ft. UGK) zeigt sich ziemlich erfolgreich. Nebenbei ist er an Mariah Careys Seite zum ersten Mal an der Spitze der US-Single Charts durch ihren gemeinsamen Song Heartbreaker.

Außerdem im Fokus in diesem Jahr steht ein gewisser Eminem, der sich mit seinem gefühlten Debüt, aber eigentlich zweiten Album Slim Shady LP der Rap-Welt vorstellt. Dort drauf ist Guilty Conscience mit Dr. Dre, der das ganze Album als Executive Producer begleitet – es ist der Beginn einer großen musikalischen Freundschaft und Eminem ist gleich mehrfach auf Dre’s zweitem Album 2001 vertreten.

Ansonsten beginnen Birdmans Cash Money Records-Künstler und allen voran Lil Wayne den Begriff Bling Bling zu prägen und langsam die gleichnamige Ära einzuläuten. Big L verstirbt viel zu früh im Februar ’99, Jays Brooklyn-Kollege Mos Def bringt sein Soloalbum Black On Both Sides, der mindestens genauso wortgewandte Rakim released sein zweites Soloalbum The Master und Ja Rule debütiert mit Venni Vetti Vecci.


The Dynasty: Roc La Familia (31. Oktober 2000)

Roc La Familia: The Dynasty - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

We be the R-O-C .. y’all get your dope from us

Das Roc-A-Fella Posse Album bringt neben der Crew vor allem Produzenten ins Spotlight. Nachdem The Neptunes vorher schon für Ol‘ Dirty Bastard oder Kelis produziert haben, kam durch ihr Instrumental auf Jiggas I Just Wanna Love You so richtig der Durchbruch. Auf einmal will die halbe Rap- und Popwelt Songs von Pharrell Williams und Chad Hugo haben. Ob Britney Spears, Nelly oder Gwen Stefani – die nächsten Jahre sollten dominiert von dem Sound der Neptunes sein. Außerdem wurden auf The Dynasty andere spätere Legenden wie Kanye West oder Just Blaze der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Was sonst geschah: Während Eminem nicht nachlässt und die Marshall Mathers LP released, dominieren vor allem Künstler:innen, die nicht klassisch aus dem Osten oder Westen sind: OutKast aus dem Dirty South landen mit Stankonia einen Mainstreamerfolg (say say Beitrag zum Album), der ebenfalls aus dem Süden kommende Ludacris ist Back for the First Time und Nelly aus dem Mittleren Westen feiert große Erfolge mit Country Grammar.


The Blueprint (11. September 2001)

The Blueprint - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

I.. Will.. Not.. Lose

Es ist der denkbar schlechteste Tag, um ein Album zu releasen: Am 11. September 2001 hält der Anschlag auf die Twin Towers die Welt in Atem. Trotzdem geht Jays The Blueprint nicht unter – im Gegenteil, es wird zu einem seiner größten Alben überhaupt. Er erhebt Anspruch auf den Thron in New York, indem er auf Takeover Mobb Deep und allen voran Nas disst und den bereits anlaufenden Beef mit ihm so richtig zum Eskalieren bringt. Nas antwortet kurze Zeit später auf Stillmatic mit dem Diss Ether.

Nebenbei liefert der derzeit omnipräsente Eminem den einzigen Featurepart des Albums auf Renegade ab, von dem viele sagen, dass er den eigentlichen Hausherren Jay-Z komplett in den Schatten stellt.

Während der große Streit an Fahrt gewinnt, herrscht anderorts geballte Frauenpower: Eve mit Scorpion und Missy Elliott mit Miss E.. So Addictive bringen weltweit die Clubs zum Kochen. Dazu wird neben Jigga auch durch andere Rapper die Fahne von New York hochgehalten: Fat Joe in Begleitung seines Terror Squads sorgt mit Jealous Ones Still Envy für weitere Erfolge aus dem Big Apple, genauso wie Jadakiss von The LOX mit seinem Solodebüt Kiss Tha Game Goodbye oder Busta Rhymes mit Genesis.


The Blueprint²: The Gift & The Curse (12. November 2002)

The Blueprint 2 - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

I won’t rest ‚til you on one knee
You want war, then it’s war it’s gon‘ bei

Wie langsam gewohnt kommt erneut ein knappes Jahr später ein neues Album von Jay-Z raus. Der als Doppeldisc erscheinende Nachfolger vom gefeierten The Blueprint kommt zwar aus heutiger Sicht nicht ganz an den Impact des Vorgängers ran, verkauft sich in der ersten Woche aber sogar noch besser als der erste Teil (545k vs 427k verkaufte Einheiten). Der Beef mit Nas geht in die nächste Runde, auch wenn er langsam weniger groß geführt wird.

Eminem ist neben Jay weiterhin das Maß aller Dinge und sorgt mit seinem neuen Album The Eminem Show sowie seiner Rolle im Film 8 Mile weiter für Furore. Ansonsten sind Pusha T und Malice als Clipse mit Lord Willin in diesem Jahr groß – natürlich komplett produziert von den Neptunes. Scarface veröffentlicht The Fix, auf dem Jay und Nas beide jeweils gefeatured sind. Für eine Nebenbewegung sorgen Lil Jon und die East Side Boyz, die innerhalb ihres Subgenres Crunk und ihrem größten Album King of Crunks Erfolge feiern können.


The Black Album (14. November 2003)

The Black Album - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

Goodbye! This is my second major breakup
My first was with a pager

Nachdem Jay seit 1996 jedes Jahr ein Album veröffentlicht hat, sollte The Black Album das Ende seiner Solokarriere sein. Das ist inkl. Retirement Party im Madison Square Garden groß publiziert worden – und das letzte Album sollte natürlich nochmal besonders reinhauen. Das gelingt auch, dank u.a. dem von Rick Rubin produzierten Megahit 99 Problems oder Dirt Off Your Shoulder, ein Song den sogar Barack Obama auf seinem iPod gehabt hat.

Ansonsten regiert allen voran 50 Cent das Jahr 2003. Mit Get Rich Or Die Tryin‘ liefert er einen Instant Classic ab und ist am Ende des Jahres die Nummer Eins der Billboard 200. Die Mischung aus Straßenrap und Clubhymnen schlägt beispiellos ein. Andere große Namen in 2003 sind Dipset, die Diplomatic Immunity releasen und OutKast, die mit Speakerboxxx/The Love Below schließlich sogar Fifty den Grammy 2003 für das Best Rap Album of the Year wegschnappen.


Kingdom Come (21. November 2006)

Kingdom Come - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

I don’t know what life will be in H.I.P. H.O.P
Without the boy H.O.V

So richtig die Füße still halten konnte er nicht, auf das Black Album folgen u.a. die Kollabo-EP Collision Course mit Linkin Park, der Platz auf dem Chefsessel von Def Jam und eine erste Versöhnung mit Nas im Jahr 2005 auf dem I Declare War-Konzert. 2006 kommt dann schließlich auch wieder die Rückkehr zur Solomusik: Das Comeback-Album Kingdom Come. Nicht nur für die Fans, auch für ihn selber eins seiner schwächeren ProjekteFirst game back, don’t shoot me hat er mal zu Kingdom Come im Albumranking beim Rolling Stone gesagt.

Während er weg war haben vor allem 50 Cent und seine G-Unit (The Game) weiter das Geschehen dominiert, außerdem ist Lil Wayne mit Tha Carter und Tha Carter II sehr erfolgreich gewesen. Dazu ist in den drei Jahren der Aufstieg von Kanye West gekommen, der einerseits als Produzent an allen Ecken beteiligt gewesen ist (Common, John Legend, Mariah Carey) und andererseits als Rapper mit The College Dropout und Late Registration zwei Klassiker released hat.

Außerdem prägend für 2006: Der legendäre Produzent J Dilla verstirbt und hinterlässt das drei Tage vorher veröffentlichte Album Donuts, während Timbaland für gefühlt die halbe Welt produziert und maßgeblich für den Mainstream-Sound von 2006 verantwortlich ist. CeeLo Green & Danger Mouse gehen als Gnarls Barkley nach St. Elsewhere, Rick Ross beginnt der Welt sein Hustlin‘ zu zeigen und Lupe Fiasco veröffentlicht sein Debüt Food & Liquor.


American Gangster (6. November 2007)

American Gangster - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

I used to give a shit, now I don’t give a shit more

Die angesprochene Versöhnung mit dem ehemaligen Erzfeind Nas findet 2007 auch musikalisch statt und die beiden featuren sich jeweils gegenseitig. Nas ist auf American Gangster beim Track Success vertreten, Jay ist wiederum bei Hip-Hop Is Dead von Nas auf Black Republican zu hören.

Ansonsten steht in der Hip-Hop Welt 2007 vor allem das riesige und medienwirksame Battle zwischen Kanye West und 50 Cent im Mittelpunkt. Sein ehemaliger Zögling steht lange schon auf eigenen Beinen und liefert sich ein Duell mit 50 Cent um das besser verkaufende Album. Am Ende gewinnt er klar mit Graduation gegen Curtis.

Auf American Gangster ist auch ein Feature mit Lil Wayne zu finden, der in diesen Jahren mit das größte Ding im Hip-Hop ist. 2008 wiederum wird Shawn Carter aka Jay-Z seinen Namensvetter Dwayne Carter aka Lil Wayne auf dem passenderweise Mr. Carter getauften Song von Tha Carter III unterstützen.

Als kleine Randnotiz beginnt T-Pain in diesem Jahr den Autotune durch sein Album Epiphany sowie einige Features bei namhaften Künstler:innen wie Kanye oder Flo Rida handelsüblich zu machen – eine Entwicklung, die in den folgenden Jahren noch für viele Diskussionen sorgen wird.


The Blueprint 3 (8. September 2009)

The Blueprint 3 - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

This is death of Auto-Tune, moment of silence

Sieben Jahre nach dem Vorgänger erscheint der dritte Teil der Blueprint-Reihe inkl. der Hits Empire State of Mind (ft. Alicia Keys) und Run This Town (ft. Rihanna & Kanye). Auf dem Album drauf ist erstmalig auch das Roc Nation-Signing J. Cole, bei dem Hov das richtige Händchen beweist, wie die folgenden Jahre zeigen werden.

Leadsingle von Blueprint 3 ist D.O.A. (Death of Autotune), auf dem Jay mit dem aufkommenden Stilmittel abrechnet. Vor allem ein Dorn im Auge sind ihm Künstler:innen, die ohne irgendein Ohr für Melodien Autotune auf ihre Stimme klatschen. Ironischerweise beginnt allerdings kurz darauf der Absatz der Autotune-Software zu steigen.

Was sich in 2009 besonders beobachten lässt: Es beginnt immer mehr eine Wendung zu mehr Emotionen im Rap. Was Kanye West auf seinem ein Jahr zuvor erscheinenden Album 808s & Heartbreak anstößt, beginnt 2009 so richtig um sich zu greifen. Drake hat seinen Durchbruch mit seiner Hitsingle Best I Ever Had, die als Bonus auf dem ein Jahr später erscheinenden Erfolgsdebüt Thank Me Later landet, und auch Kid Cudi stellt auf Man on the Moon seine Gefühle in den Vordergrund. Weitere Gemeinsamkeit der beiden? Jay-Z, wie immer am Zahn der Zeit, hat sie beide auf The Blueprint 3.


Magna Carta… Holy Grail (4. Juli 2013)

Magna Carty... Holy Grail - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

It ain’t hard to tell, I’m the new Jean Michel

Man erkennts an den Release-Daten: Nach anfänglichem jährlichem Releaserhythmus ist es musikalisch ruhiger um Jay geworden, mittlerweile konzentriert er sich mehr auf seine anderen Geschäftsfelder. Trotzdem – oder gerade deshalb – schlägt Magna Carta riesige Wellen bei der Veröffentlichung, alleine durch die Promoaktion mit Samsung Galaxy. Der Fokus liegt ganz klar auf der Kunst, wie das Cover oder unzählige Lines zu Bildenden Künstler:innen zeigen.

Es stehen in diesem Jahr mehrere Künstler:innen im Spotlight, aber vor allem das A$AP Rockys Albumdebüt Long.Live.A$AP ist wahnsinnig erfolgreich. Ansonsten feilt Drake mit Nothing Was the Same fleißig weiter an seinem Superstar-Status und hat darauf natürlich auch ein Jay-Z Feature vorzuweisen. Kendrick Lamar, der ein Jahr zuvor sein großes Album good kid, m.A.A.d city veröffentlicht hat, setzt eine Schockwelle in Form eines Verses auf Control von Big Sean ab. Bei seiner Aufzählung der besten MC’s fällt auch Jiggas Name, während andere große Namen nicht so glücklich sind.

Eine kleine Besonderheit stellt der 18. Juni 2013 dar, denn gleich drei große Alben werden hier gleichzeitig veröffentlicht: J. Coles Born Sinner, Kanye Wests Yeezus und Mac Millers Watching Movies With The Sound Off.


4:44 (30. Juni 2017)

4:44 - Jay-Z - Cover
© Cover: Roc-A-Fella

Bye Jay Z

Sein bislang letztes Album 4:44 veröffentlicht Jay-Z im Sommer 2017 vier Jahre nach Magna Carta… Holy Grail – zum ersten Mal in seiner Karriere nach mehr als drei Jahren Pause. Auch nach über 20 Jahren und 13 Alben ist der Hype ungebrochen und das Album erreicht weniger als eine Woche nach Verkaufsstart Platinstatus.

Ausschließlich produziert von No I.D. ist 4:44 deutlich emotionaler als seine anderen Alben. Insbesondere das Intro Kill Jay Z bezieht sich auf die vielen Fehler, die er über die Jahre gemacht hat. Er rechnet mit seinem Ego ab und bittet seine betrogene Ehefrau Beyoncé auf dem Titeltrack inständig um Vergebung.

Währenddessen ist im Hip-Hop mittlerweile eine ganz neue Strömung erfolgreich geworden. Kendrick Lamars DAMN. hält 2017 neben einigen anderen zwar noch die Fahne hoch für Rap der alten Art, aber Jays Wunsch nach dem Tod des Autotunes ist nicht wahr geworden: New Wave-Artists wie die Migos, Playboi Carti oder Lil Uzi Vert haben sich längst ihren Platz in der Szene gesichert. Die werden von Jay-Z insbesondere auf Moonlight angesprochen, wo er die New Wave als sinnentleerte und überall gleichklingende Entwicklung kritisiert.

Abgebrochen ist die Strömung daraufhin aber natürlich nicht, auch heute feiern sie noch Konjunktur. Man darf gespannt sein, ob und wie Jay auf seinem nächsten Album damit umgeht.


Jay-Z auf say say

Jay-Z ist sowieo der meistgespielte Artist bei say say. Diese Woche (21.-27. Juni) steht aber ganz besonders im Zeichen seiner Musik. 25 Jahre Reasonable Doubt, dem Albumstartschuss seiner großen Karriere – das ist ein Grund für uns, all seine Alben noch einmal rauf und runter zu hören!


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Autor: Matthi (Mostdope) | Beitraggrafik: Henrike Ott

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