Nas - It Was Written - Cover - Say Say

Nas und Kendrick Lamar – 2 wichtige Alben feiern Jubiläum

Jubiläumstag im Hip-Hop! Der 2. Juli lässt dieses Jahr gleich zwei große Alben runden Geburtstag feiern: Vor 25 Jahren veröffentlichte Nas mit It Was Written sein Follow-Up zum legendären Debüt Illmatic. Genau 15 Jahre später, am 2. Juli 2011, war es Kendrick Lamar, der sich mit seinem Debüt Section.80 einer größeren Masse vorstellte.

Die beiden Jubiläumsalben sind vielleicht beide nicht die Alben, die Fans als Erstes in den Kopf springen, wenn es um DAS Album der beiden geht – aber sie sind beide auf ihre Weise wichtig für die Karriere der beiden gewesen. Was die Alben so prägend für Nas und Kendrick gemacht hat, liest du hier im Beitrag!


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Nas – It Was Written (2. Juli 1996)

Nas - It Was Written - Cover
© Cover: Columbia Records

Wer als 20-Jähriger mit Illmatic einen Instant Classic vorlegt, hat es mit seinem Nachfolgeralbum vermutlich immer schwer. Aber tatsächlich, wenn man bei Nas Debütalbum überhaupt etwas suchen will, das gefehlt hat, dann war es der kommerzielle Erfolg. 330.000 verkaufte Einheiten im ersten Jahr sind zwar anständig, aber bei den Vorschusslorbeeren und den Lobeshymnen der Rapheads wurde von Seiten des Vertriebs eigentlich mit mehr gerechnet. Während z.B. ein Notorious B.I.G. im gleichen Jahr mit Ready To Die über alle Lager hinweg große Erfolge feiern konnte, punktete Illmatic vor allem bei den Rap-Puristen.

Da war also die selber unfassbar hoch gesetzte Rap-Messlatte von Illmatic, an der sich Nas messen musste, gleichzeitig waren die Erwartung an ein sich besser verkaufendes Album deutlich zu spüren. I started hearing my style in a lot of people after Illmatic and I knew that I had to be 1000 notches above Illmatic or go home. There’s a thing called sophomore jinx, and I had to make sure that we blew people out of the park, hat er im Complex-Interview mal dazu gesagt. Was also tun, um den den Spagat zwischen sich treu bleiben und gleichzeitig eine größere Menge an Menschen zu erreichen hinzubekommen?

Die Trackmasters wurden engagiert. Poke und Tone sollten die Sounds geliefert, die schon bei Juicy oder Respect vom New Yorker Kollegen Biggie gut funktioniert hatten und eine gewisse Radiotauglichkeit mit Streetcredibility verbanden. Das Soundbild war gesetzt, die thematischen Inhalte orientierten sich stark am derzeit blühenden Mafia-Rap. Ganz im Stile eines Raekwons oder Jay-Zs wurde aus Nasty Nas der Mafia-Pate Nas Escobar. Dazu schlugen Features wie Lauryn Hill oder Mobb Deep Wellen, genauso wie die erste Zusammenarbeit von Dr. Dre mit einem East-Coast-Rapper. Ein Song wie The Message mit seiner derart breiten Brust und Statements über Statements tat sein Übriges.

Am Ende ging der Plan auf: Das Album stieg auf der 1 ein und ist bis heute sein meistverkauftestes Album (Ja, sogar vor Illmatic!). Ohne was von seinem beispiellosen Talent im Pen-Game zu verlieren, schaffte Nas es mit It Was Written den einen Schritt weiterzukommen und sich auch verkaufstechnisch in der ganz oberen Riege festzusetzen. Nicht unbedingt ohne anfangs auch Kritik dafür zu bekommen, aber heute – 25 Jahre später – sollte definitiv klar sein, dass er auch das verflixte zweite Album nach einem Classic Debut erfolgreich gehandlet hat.

Übrigens: Anlässlich des Geburtstages veröffentlicht Nas ein digitales Re-Issue seines Zweitlings. Mit enthalten auf der 25th Anniversary Edition sind zwei Tracks, die bisher nur auf Kassette erhältlich waren: Silent Murder und eine Version von Street Dreams, die einen extra Bonus-Verse enthält.


Kendrick Lamar – Section.80 (2. Juli 2011)

Kendrick Lamar - Section.80 - Cover
© Cover: Top Dawg Entertainment

Während Nas fünfzehn Jahre zuvor am anderen Ende Amerikas mit seinem bereits zweiten Werk weiter an seinem Status feilte, ist an diesem Tag ein Album rausgekommen, das der Startschuss für die Karriere einer weiteren Hip-Hop Legende sein sollte: Kendrick Lamar veröffentlicht am 2. Juli 2011 sein erstes Album Section.80. Nachdem der Rapper aus Compton zuvor schon erste Bekanntheit mit Mixtapes wie Overly Dedicated erreichen konnte, war es Section.80, das zum ersten Mal sein großes Talent als Konzeptualisierer unter Beweis gestellt hat.

Schon der Titel fängt ein, was dieses Album aufarbeiten möchte: Eine Zusammensetzung aus den umgangssprachlich Section 8 genannten staatlich geförderten housing projects und den 80ies, in denen Kendrick geboren und gleichzeitig die Hood mit Crack überflutet worden ist. Songs wie Ronald Reagan Era und A.D.H.D stellen dar, wie stark das Drogenproblem über die Generationen hinweg grassierte: You know why we crack babies / cause we born in the 80ies. Dazu kommt ein größer gefasster sozialkritischer Blick auf die Probleme, die sich daraus weiter ergeben haben und noch heute existieren. Er wollte seine Generation musikalisch einfangen, hat er mal zum Album gesagt – und das ist ihm gelungen.

Auf Section.80 kommt sein großartiges Storytelling so richtig zum Vorschein: Die Charaktere Tammy und Keisha treten im Verlauf des Albums an verschiedenen Stellen immer wieder in Erscheinung und erhalten schließlich sogar ihren jeweils eigenen Song. Kendrick nutzt sie um, wie angesprochen, seine Generation musikalisch abzubilden und damit in Verbindung schwere Themen wie Prostitution, Misshandlung und Problembeziehungen anzusprechen. In Verbindung mit seinen mal smoothen, mal sehr aggressiven aber immer on-point bleibenden Flows blieb schon damals sofort der Eindruck: Da kommt jemand mit 200 auf der Überholspur und wird ganz sicher dort bleiben.

Das traf auch ein: Kurz vorher noch als Teil der 2011er XXL Freshman Class aufgeführt, ist Section.80 für Kendrick Lamar der Kick-Off für die folgenden, unfassbar erfolgreichen Jahre gewesen. Im Rahmen der Section.80 Tour hat K. Dot schließlich auch buchstäblich die Fackel von Snoop Dogg und The Game überreicht bekommen um das Hip-Hop Game weiterzuführen, the rest is history.


Jubiläumsalben auf say say

Happy 25th Birthday, It Was Written! Happy 10th Birthday, Section.80! Tracks beider Alben und von Nas und Kendrick Lamar im Allgemeinen hörst du natürlich regelmäßig auf say say • soulful hip-hop radio!


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Autor: Matthi (Mostdope) | Beitragsbild: © Columbia Records

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