Nas - King's Disease II - Cover

Nas „King’s Disease II“ • erste Eindrücke zum neuen Album

Neues Album von dem legendären Hip-Hop Künstler Nas. Während alle Hip-Hop Welt auf Drake und Kanye West und die langgezogenen Promophasen für ihre Alben geschaut hat, hat der Rapper aus Queens, NY ohne groß Zeit zu verlieren sein 13. Album King’s Disease II veröffentlicht.

Ziemlich genau ein Jahr nach dem Vorgänger King’s Disease (say say Review unter diesem Link) haben Nas & Hit-Boy erneut ein Album released. 15 Tracks, mehrere große Namen auf der Featureliste und ein nicht müde zu werden scheinender Nas erwarten einen auf der neuen Platte. Meine ersten Eindrücke zum neuen Album und wie sich King’s Disease II im Vergleich zum Vorgänger schlägt, liest du hier im Blogpost.

Nas - Pressefoto 2021 - Mass Appeal
Nas 2021 – Foto: Mass Appeal

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Erste Eindrücke

Erst vor gut einem Monat wurden noch 25 Jahre It Was Written gefeiert (say say Artikel zum Jubiläum), jetzt ist bereits das mittlerweile 13. Album des Altmeisters draußen. Nas‘ Status als Hip-Hop Legende steht längst, aber trotzdem haut der 47-Jährige noch regelmäßig Projekte raus. Der neueste Streich kommt ohne viel Vorlaufzeit (Ankündigung 29. Juli, Release 6. August) und mit einer Tracklist, die auf dem Papier zumindest sehr, sehr gut ausgesehen hat.

Nas - King's Disease II - Backcover
Backcover von King’s Disease II

Nas hat gleich mehrere Artists um sich versammelt, die in der Rapwelt Legendenstatus besitzen. Lauryn Hill kommt 25 Jahre nach If I Ruled The World (Imagine That) erneut auf einem Track mit ihm zusammen. Außerdem hat Nas einen Follow-Up-Track zum Judas and the Black Messiah-Soundtrack-Song EPMD auf dieses Album gebracht – und dafür keine halben Sachen gemacht: Nicht nur die titelgebenden EPMD sind dabei, auch Eminem ist auf EPMD 2 zu hören. Kaum zu glauben, aber tatsächlich ist das (mit Ausnahme des unveröffentlichten Dr. Dre Songs Topless) der erste gemeinsame Track von Em und Nas. Charlie Wilson ist wie schon bei Car #85 vom Vorgänger als Feature gelistet, diesmal auf No Phony Love. Die restlichen Features wie A Boogie Wit Da Hoodie oder 2021er XXL Freshman Blxst haben nicht die selbe Schlagkraft, sollen aber wohl die neuere Generation zum Album locken.

Was soll man sagen: Die Features halten beim Hören tatsächlich ein, was man erwartet. Eminem bringt gefühlt zehn verschiedene Flows auf dem Track und übernimmt die zweite Hälfte des Songs komplett, EPMD teilen sich hingegen das Spotlight etwas mehr mit Nas. Das Highlight-Feature aber kommt für mich von Lauryn Hill! Nachdem die Tracklist veröffentlicht wurde, hab ich in zurückhaltender Vorfreude gewartet und eine Hook oder etwas in dieser Größenordnung erwartet, aber die Ex-Fugees-Rapperin haut in einem ihrer rar gesäten Gastparts einen Wahnsinns-Verse raus. Die restlichen Features wie A Boogie, Blxst oder YG hinterlassen bei mir nicht dieselben Eindrücke, muss ich vermutlich noch einige Male mehr hören.

Kurzer Blick auf die Solosingles des Albums: Die setzen für mich die endgültigen Highlights des Album. Hit-Boy scheint endgültig die Formel für DAS Soundbild für Nas gefunden zu haben. Er bastelt ihm Instrumentals mit ganz vielen Bläsersamples, auf die Nas dann in großen Teilen nostalgische Oldschool-Storyteller-Lyrics kickt. Songs wie Death Row East oder Store Run stechen in der Hinsicht ganz besonders raus. Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und sage, dass Nas und Hit-Boy trotz unterschiedlicher Generationen wie für einander gemacht zu sein scheinen. Das schöne an diesen exklusiv produzierten Alben ist ja immer, dass wenn es klickt, dann klickt es richtig. Hier auf diesem Album ist das mal wieder eindeutig unter Beweis gestellt worden.

Nas & Hit-Boy - Pressefoto 2021 by Raven B. Varona
Nas & Hit-Boy 2021 / Foto: Raven B. Varona

Der erste Eindruck dieses Albums ist also mehr als gut. Nicht nur der orangene Farbstich im Cover wie bei Illmatic, It Was Written oder Stillmatic lässt das Album zu großen Teilen wie ein Oldschool-Nas-Album wirken. Auch nach fast 30 Jahren im Game ist Nas immer noch ganz oben dabei und stellt das mit King’s Disease II unter Beweis.


Vergleich zu King’s Disease

So viel vorweg: Der Vorgänger ist für uns ein richtiges Grower-Album gewesen. Unsere erste Einschätzung zum Album hat sich innerhalb des Jahres nochmal deutlich gewandelt. Vor allem die Features, die Beatauswahl und die allgemeine Unstimmigkeit ließen uns nach dem ersten Hören noch zweifelnd zurück. Doch im Verlauf des Jahres änderte sich diese Einschätzung stark und mittlerweile haben wir uns vor allem mit Hit-Boys Produktionen deutlich mehr angefreundet, sodass das Album insgesamt viel stimmiger ist als anfangs noch gedacht.

Wie sieht es bei dem Nachfolger aus? Braucht es auch wieder einige Monate, bis sich dieser Effekt einstellt? Nach dem ersten Hören bin ich so frei zu sagen: Nein. King’s Disease II geht, wie oben beschrieben, direkt gut rein. Vom ersten Instrumental auf The Pressure über die nostalgischen Storyteller-Tracks bis hin zu den Features wirkt das Album schon beim ersten Hören deutlich zusammenhängender.

Die bisher einzig ausgekoppelte Single Rare

Ansonsten wird das Grundrezept beibehalten, aber an vielen Stellen verbessert: Ähnlich wie beim letzten Album versucht Nas den Spagat zwischen Alt und Neu hinzubekommen, indem er gleichermaßen Künstler:innen wie Lauryn Hill aber auch Blxst auf sein Album holt. Was bei King’s Disease aber mit Leuten wie Lil Durk an manchen Stellen zu Totalausfällen geführt hat, geht hier eigentlich immer auf. Meiner Meinung nach hat Hit-Boy auch diesmal die Regler noch ein wenig passender gedreht und ein insgesamt stimmigeres Gesamtsoundbild gebastelt. Ich liebe einfach diese Oldschool-Vibes, die in die Neuzeit geholt wurden.

Wenn King’s Disease bereits einen Grammy gewonnen hat, dann stellt sich dieses Album auf jeden Fall selber auf für die Pole Position der nächsten Ausgabe.


King’s Disease II auf say say

Neue Nas Tracks findest ab sofort natürlich auch im Programm von say say • soulful hip-hop radio. Nach dem ersten Hören besonders angetan haben es uns..

  • Track Nr. 7 – Store Run
  • Track Nr. 9 – Nobody (ft. Ms. Lauryn Hill)
  • Track Nr. 13 – Composure (ft. Hit-Boy)

Nas – „King’s Disease II“ • Shortfacts

Künstler: Nas
Album: King’s Disease II
VÖ: 6. August 2021
Anzahl der Tracks: 15
Laufzeit: 51:32 Min.
Label: Mass Appeal


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Autor: Matthi (Mostdope) | © Beitragsbild: Mass Appeal Records

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