Beitragsbild: The Notorious B.I.G. – "Ready to Die" (Credit: Eric Anders)

„Ready to Die“ von The Notorious B.I.G. • 25 Jahre

„Ready to Die“, das Debütalbum von The Notorious B.I.G. a. k. a. Biggie Smalls feiert heute 25-jähriges Jubiläum (veröffentlicht 13. September 1994)! Zweifellos ein Klassiker und eines der bedeutendsten Alben der Hip-Hop-Geschichte. Das einflussreiche Musikmagazin Rolling Stone führte es 2003 auf Platz 134 der 500 besten Alben aller Zeiten.

„Ready to Die“ ist natürlich eines unserer Lieblingsalben hier bei say say. Wir haben dieses Jubiläum zum Anlass genommen, The Notorious B.I.G. die ganze Woche auf say say • soulful hip-hop radio hochleben zu lassen. Was dich in unserer BIGGIE WOCHE noch bis einschließlich Sonntag, 12. September, erwartet, erfährst du hier.

Hintergrundinfos zum Leben und Wirken von The Notorious B.I.G. findest du in unserem Beitrag zur BIGGIE WOCHE. Nachfolgend erfährst du mehr über das Klassikeralbum „Ready to Die“.


Bedeutung von „Ready to Die“

Hip-Hop entstand in den 70er Jahren in New York City, an der US-Ostküste. Lange Jahre dominierten Künstler aus dem Big Apple das Hip-Hop-Genre: Sugarhill Gang, Grandmaster Flash & The Furious Five, Run-DMC, LL Cool J, Public Enemy, Beastie Boys, Marley Marl, Big Daddy Kane, Boogie Down Productions, Eric B. & Rakim – alle kamen aus New York.

Das änderte sich mit dem Erfolg von Gangster-Rap. Der kam vor allem aus Los Angeles, von der US-Westküste (wichtige Ausnahme: Schoolly D aus Philadelphia). Künstler wie Ice-T (geboren in Newark, New Jersey, aber früh nach L. A. gezogen), N.W.A., Ice Cube, Dr. Dre und Snoop Doggy Dogg schafften es, die Aufmerksamkeit der Hip-Hop-Welt auf das sonnige Kalifornien zu richten.

„Ready to Die„, zusammen mit anderen Klassikern der Golden Era wie „Enter The Wu-Tang(Wu-Tang Clan, veröffentlicht November 1993) und „Illmatic(Nas, veröffentlicht April 1994), brachte New York zurück ins Bewusstsein der Hip-Hop-Welt!

Biggies Debüt war die allererste Album-Veröffentlichung von Bad Boy Records (Label von Sean “Diddy” Combs, damals bekannt als Puff Daddy). Der Zusammenarbeit von Biggie und Puffy ist es wohl geschuldet, dass „Ready to Die“ den Spagat zwischen Radio-tauglichen Singles und Hardcore Battlerap meistert. Biggie war ohne Zweifel ein Ausnahmetalent, dessen Rap-Skills und lyrische Finesse das ganze Genre auf ein neues Level hoben und Generationen von Rappern inspirierten. Es brauchte aber auch die eingängigen Beats und die von R&B-Größen wie Total, Faith Evans und Mary J. Blige gesungenen Refrains, um genau das Album entstehen zu lassen, das wir alle so lieben.

Produziert wurde „Ready to Die“ u. a. von Puff Daddy, Easy Mo Bee, Lord Finesse und DJ Premier.


Erfolg von “Ready to Die”

Kommerziell war „Ready to Die“ vor allem in den USA erfolgreich, wo es sechsfachen (!) Platin-Status für mehr als sechs Millionen verkaufte Einheiten erreichte. Zum Vergleich: „Illmatic“ (Nas) erreichte bis heute „nur“ zweifach Platin; „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ (Wu-Tang Clan) dreifachen Platinstatus.

Der überragende kommerzielle Erfolg von “Ready to Die” im Vergleich zu anderen Hip-Hop-Klassikern basiert auf den sensationellen Singles des Albums:

Mit „Juicy“ befindet sich einer der bedeutendsten Hip-Hop-Tracks aller Zeiten auf „Ready to Die“. Fun Fact: Das Sample dazu aus „Juicy Fruit“ der New Yorker Soul- und Funkband Mtume, wollte bereits Nas für „Illmatic“ nutzen (warum es nicht dazu kam, erfährst du hier).

„Juicy“ landete auf Platz 27 in den US-Charts und schaffte es sogar auf Platz 72 in UK. Beide Folgesingles, „Big Poppa“ und „One More Chance“ mit Total (die Single-Version ist mit Faith Evans), landeten in den USA auf Platz 1 der Single-Charts.

Erstaunlich ist der kommerzielle Erfolg in den USA vor dem Hintergrund der teils sehr expliziten Texte, in denen mehrfach Gewalt verherrlicht und Frauen erniedrigt werden. Hier in Deutschland haben wir diese Texte damals überwiegend nicht verstanden. Aus heutiger Sicht und mit Hilfe von Lyric-Seiten im Internet, trüben die Texte für uns persönlich den Eindruck dieses Klassikers ein wenig.


© Warner Music Group



Cover des Albums „Ready to Die“ von The Notorious B.I.G.


5 spannende Fakten zu „Ready to Die“ von The Notorious B.I.G.

  1. „Ready to Die“ war das einzige Soloalbum, das Biggie zu Lebzeiten veröffentlichte. Er starb am 9. März 1997 kurz vor dem Release seines zweiten Albums „Life After Death“ (VÖ: 25. März 1997).
  2. „Ready to Die“ stieg auf Platz 15 der US-Albumcharts ein, hielt sich ganze sechs Wochen und gilt als erstes kommerziell wirklich erfolgreiches Hip-Hop-Album der US-Ostküste (siehe laut.de).
  3. „Ready to Die“ wurde in zwei Phasen aufgenommen, was den oben erwähnten Spagat zwischen Hardcore Battlerap und Radiohits erklärt. In der ersten 1993 stand Biggie noch bei Uptown Records unter Vertrag, wo Puff Daddy damals gearbeitet hatte. Die Tracks aus dieser Zeit (u. a. „Gimme the Loot“ und „Things Done Changed“) sind deutlich roher und härter als die radiofreundlichen Hits wie „Juicy“ und „Big Poppa“. Diese entstanden in der zweiten Recording-Phase 1994. Puffy war da bereits von Uptown Records gefeuert worden und in der Gründung seines eigenen Labels Bad Boy Records. Biggie schlug nun erheblich smoothere Töne an und rappte souveräner, was auch damit zusammenhing, dass er mit der Zeit gelernt hatte, seine Texte nicht mehr aufzuschreiben, sondern direkt aus dem Kopf heraus aufzunehmen (siehe XXL Mag).
  4. Das „Intro“ beinhaltet Klassiker-Tracks der Hip-Hop- und Soul-Geschichte (u. a. „Rapper’s Delight“ von The Sugarhill Gang, „Superfly“ von Curtis Mayfield und „Tha Shiznit“ von Snoop Doggy Dogg).
  5. Das Kind auf dem Cover ist nicht The Notorious B.I.G. selbst, sondern der damals einjährige Keithroy Yearwood. Er wurde mithilfe einer Modelagentur angeheuert, bei der ihn seine Mutter angemeldet hatte. Für das Shooting gab’s angeblich 150 US-Dollar. In einem Bericht von XXL Mag kannst du sehen, wie dieser heute aussieht.

The Notorious B.I.G. – „Juicy“ • Video


The Notorious B.I.G. – „Big Poppa“ • Video


The Notorious B.I.G. – „One More Chance“ ft. Faith Evans • Video


The Notorious B.I.G. – „Ready to Die“ • Album bei Spotify streamen


The Notorious B.I.G. – „Ready to Die“ • Album bei Deezer streamen


The Notorious B.I.G. – „Ready to Die“ • Album bei Apple Music streamen


The Notorious B.I.G. – „Ready to Die“ • Album bei Tidal streamen



Kategorie: Specials | Autoren: Tim, Freddy | Fotograf (unseres Titelfotos oben, nicht des Albumcovers): Eric Anders

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