BIGGIE WOCHE auf say say • 9. – 15. September 2019

The Notorious B.I.G. a. k. a. Biggie Smalls gehört ins Hip-Hop-Radio wie Wasser ins Schwimmbad. Vor allem, wenn das Debütalbum des legendären Rappers aus Brooklyn, New York, und damit eines der bedeutendsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten Jubiläum feiert: Am 13. September 2019 wird „Ready to Die“ 25 Jahre alt.

Wir nehmen das zum Anlass, The Notorious B.I.G. eine ganze Woche lang hochleben zu lassen. Was dich in der BIGGIE WOCHE auf say say • soulful hip-hop radio von Montag, 9. September, bis einschließlich Sonntag, 15. September 2019, erwartet:

  • Wir streuen jede Menge Tracks von The Notorious B.I.G. ins Programm ein und holen das Brooklyn der 90er zurück in dein Radio!
  • In der MORNINGSHOW (Montag – Freitag, 6 – 10 Uhr) ist Biggie natürlich die ganze Woche großes Thema mit vielen Tracks & Hintergrundstories.
  • Der DJ unseres Vertrauens, 12 Finger Dan, spendiert drei einstündige BIGGIE SPECIAL MIXES, die du exklusiv nur bei say say • soulful hip-hop radio hörst:
    • Montag, 9. September 2019, 20 Uhr: BIGGIE SPECIAL MIX #1
    • Donnerstag, 12. September 2019, 20 UHR: BIGGIE SPECIAL MIX #2
    • Samstag, 14. Juni, 20 Uhr: BIGGIE SPECIAL MIX #3
  • Samstag, 14. Juni, 8 – 10 Uhr auch bei BEATS & BREAKFAST hat Tim einige legendäre Biggie Instrumentals am Start.
  • Sonntag, 15. Juni, 18 – 20 Uhr stellt dir 12 Finger Dan im Rahmen von LOVE TKO viele Soul-Tracks vor, die für Tracks von The Notorious B.I.G. gesamplet wurden.

Cover des Albums „Ready to Die“ von The Notorious B.I.G.


Warum wir Biggie lieben

Die musikalische Karriere von The Notorious B.I.G. war kurz: Sein Debutalbum „Ready to Die“ erschien am 13. September 1994 und blieb das einzige Album, das er zu Lebzeiten veröffentlichte. Keine drei Jahre später, am 9. März 1997, wurde Biggie in Los Angeles erschossen und starb im jungen Alter von 24 Jahren.

Trotz dieser kurzen aktiven Phase ist Biggie zweifellos einer der bedeutendsten Hip-Hop-Künstler aller Zeiten. Er wird in einem Atemzug mit Rappern wie 2Pac, Jay-Z, Nas, Rakim oder Snoop Dogg genannt.

Noch heute, mehr als 22 Jahre nach seinem Tod, bekommen alle Hip-Hop-Fans feuchte Augen, wenn sie diese Zeilen hören:

„Yeah, this album is dedicated
To all the teachers that told me I’d never amount to nothin‘
To all the people that lived above the buildings that I was hustlin‘ in front of
Called the police on me when I was just tryin‘ to make some money to feed my daughter (it’s all good)
And all the niggas in the struggle
You know what I’m sayin‘? It’s all good, baby baby“

Und dann rappen A-L-L-E die ersten Zeile von „Juicy“ mit:

„It was all a dream, I used to read Word Up! magazine!“

Was macht Biggie nun so besonders? Für uns ist es vor allem sein einnehmendes Charisma, das bei jeder gerappten Zeile mitschwingt und das man auf jedem Foto von Biggie Smalls erkennen kann. Außerdem natürlich seine tiefe, markante Stimme und seine sensationellen Rap-Skills.

Das allein hätte vermutlich nicht ausgereicht, wenn Biggie nicht mit Hilfe von Sean Combs, damals noch bekannt als Puff Daddy, auch die richtigen Beats gepickt hätte.

Biggies Texte, die Storytelling, Liebeslieder und vor allem harte Battletexte abdeckten, sind ebenfalls beeindruckend. Wir wollen allerdings nicht verschweigen, dass einige seiner Texte über Gewalt und Frauen genauer betrachtet ziemlich zweifelhaft sind. Hierin unterscheidet er sich nicht von vielen anderen Rappern (auch Größen wie 2Pac, Dr. Dre oder Snoop Dogg), was die Sache nicht besser macht. Wir sind jedenfalls froh, Biggie zu einer jugendlichen Zeit kennen und lieben gelernt zu haben, in der wir seine Texte größtenteils noch nicht verstanden haben.


© Warner Music Group


The Notorious B.I.G. – Biografie

Kindheit & Jugend

The Notorious B.I.G. wurde am 21. Mai 1972 als Christopher Wallace im New Yorker Bezirk Brooklyn geboren. Dort wuchs er als einziges Kind jamaikanischer Eltern im Stadtteil Clinton Hill auf, wie wir u. a. seiner umfassenden Biografie auf der Website von Biography entnehmen können.

Sein Vater verließ die Familie, als Biggie zwei Jahre alt war. Seine Mutter Voletta Wallace schlug sich daraufhin mit zwei Jobs durch. Biggie war als Kind ziemlich smart und gut in der Schule, wo ihm aufgrund seines starken Übergewichts der Spitzname „Big“ verliehen wurde. Aus Langeweile lehnte sich Biggie im Laufe der Zeit allerdings immer häufiger gegen Autoritäten auf.

Im Alter von zwölf Jahren stieg er durch einen Freund ins Drogengeschäft ein, mit 17 flog er von der Schule und mit 18 kam er wegen Kokainhandel für neun Monate ins Gefängnis. Zwei Monate vorher wurde Biggies damalige Freundin Jane Jackson mit der gemeinsamen Tochter T’yanna schwanger.


The Notorious B.I.G. – Freestyle 1989 • Video


Beginn der Rap-Karriere

Mit dem Rappen begann Biggie bereits als Teenager. Er gewann mehrere Freestyle-Battles und nahm 1991 unter dem Alias Biggie Smalls ein Demo-Tape auf, das er in Brooklyn verteilte. Dieses fand über den DJ Mister Cee seinen Weg zum renommierten Hip-Hop-Magazin The Source, wie u. a. in einem Beitrag von Hiphop.de berichtet wird.

Der Artikel, der dann über Biggie entstand, erreichte wiederum Sean Combs a. k. a. Puff Daddy. Dieser arbeitete damals bei Uptown Records und nahm Wallace kurzerhand dort unter Vertrag. Nach Gastauftritten auf Tracks von Craig Mack und Mary J. Blige erschien 1993 seine erste eigene Single „Party & Bullshit“, die es auf Platz 59 in den US-Charts schaffte. Im dazugehörigen Video (siehe unten) spielt neben Puff Daddy und Biggies späterer Geliebten Lil‘ Kim auch sein damaliger Freund und späterer Erzfeind 2Pac mit.

Nachdem Puffy von Uptown Records gefeuert wurde, gründete er sein eigenes Label: Bad Boy Records. Biggie folgte ihm und nannte sich fortan The Notorious B.I.G., weil der Name Biggie Smalls bereits im Film „Let’s Do It Again“ von Sidney Poitier benutzt wurde.


The Notorious B.I.G. – „Party & Bullshit“ • Video


Durchbruch: Veröffentlichung von „Juicy“ & „Ready to Die“

1994 heiratete Biggie die R&B-Sängerin Faith Evans. Die beiden hatten sich bei einem Fotoshooting kennengelernt. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor. Nur ein paar Tage nach der Hochzeit erschien „Juicy“, die erste Single von Bad Boy Records und einer der bedeutendsten Hip-Hop-Tracks aller Zeiten (siehe unten). Er erreichte Platz 27 in den US- und Platz 72 in den UK-Charts (siehe Billboard und Official Charts).

Die beiden Folgesingles „Big Poppa“ und „One More Chance“ schafften es sogar an die Spitze der US-Single-Charts und schürten hohe Erwartungen an Biggies Debütalbum „Ready to Die“, das (wie oben erwähnt) am 13. September 1994 veröffentlicht wurde. Es schlug ein wie eine Bombe. Aus allen Ecken hagelte es gute Kritiken und auch kommerziell war die LP ein Erfolg. Mittlerweile zählt es mehr als sechs Millionen verkaufte Einheiten.

Ende 1994 gründete Biggie gemeinsam mit seiner Affäre Lil‘ Kim, seinem Cousin Lil‘ Cease und weiteren, weniger bekannten MCs aus Brooklyn die Gruppe Junior M.A.F.I.A., mit der er 1995 das Album „Conspiracy“ herausbrachte – ebenfalls ein Erfolg. Bereits am Jahresende 1995 gab es eine Goldene Schallplatte für mehr als 500.000 verkaufte Platten.


The Notorious B.I.G. – „Juicy“ • Video


2Pac-Beef, Tod & „Life After Death“

Die einst guten Freunde Biggie und 2Pac wurden zu Rivalen, nachdem Letzterer 1994 in der Studiolobby von Bad Boy Records angeschossen wurde. Pac machte Biggie mitverantwortlich für den Anschlag, weil er mit ihm und Puffy zum Aufnehmen verabredet war. Wenige Monate nach dem Vorfall erschien außerdem Biggies Track „Who Shot Ya?“, den 2Pac u. a. laut dem Feature „Kings of HipHop: The Notorious B.I.G.“ der JUICE auf sich bezog.

In der Folge kam es zum berüchtigten Konflikt zwischen Rappern der East- und Westcoast. 2Pac ging zum legendären Label Death Row Records nach Los Angeles und nahm zahlreiche Diss-Tracks gegen Biggie und die Bad-Boy-Künstler auf (z. B. „Hit ‚Em Up“). Diese wiederum schossen auf die gleiche Weise zurück und bei Begegnungen im echten Leben kam es sogar zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Sein trauriges Ende fand der Beef in den Morden an 2Pac (13. September 1996) und The Notorious B.I.G. (9. März 1997), die beide bis heute ungeklärt bleiben.

Nur kurze Zeit nach seiner Ermordung erschien Biggies zweites Album „Life After Death“ (VÖ: 27. März 1997) mit den Hitsingles „Hypnotize“ (siehe unten) und „Mo Money Mo Problems“, das im Jahr 2000 eine Diamantene Schallplatte für mehr als zehn Millionen verkaufte Exemplare erhielt.


The Notorious B.I.G. – „Hypnotize“ • Video


Posthum

Nach seinem Tod erschienen zwei weitere Alben mit Aufnahmen von Biggie über Bad Boy: „Born Again“ (VÖ: 7. Dezember 1999) und „Duets: The Final Chapter“ (VÖ: 20. Dezember 2015). Daran beteiligt waren u. a. Künstler wie Puff Daddy, Lil‘ Kim, Lil‘ Cease, Eminem, Method Man und Redman. 2017 kam außerdem das Album „The King & I“ mit einer Reihe gemeinsamer Tracks von Faith Evans und Biggie heraus (allerdings nicht über Bad Boy).

2009 wurde der biografische Film „Notorious B.I.G.“ (VÖ in Deutschland: 26. März 2009, Original-Titel: „Notorious“) und 2017 die von seiner Familie autorisierte Dokumentation „Biggie: The Life of The Notorious B.I.G.“ (VÖ: 7. August 2017, mit Statements von u. a. Jay-Z und Nas) veröffentlicht. Die Trailer dazu gibt’s etwas weiter unten direkt hier im Beitrag.

Die Stadt New York ehrte The Notorious B.I.G. im Juni dieses Jahres, indem sie eine Straße in Brooklyn (am St. James Place zwischen der Fulton Street und Gates Avenue) nach ihm benannte: Christopher „Notorious B.I.G.“ Wallace Way.

Den Beef zwischen Biggie und Pac legten die Mütter der beiden verstorbenen Rapper (Afeni Shakur und Voletta Wallace) 1999 bei den 16. MTV Video Music Awards durch eine emotionale Umarmung auf der Bühne symbolisch bei!

Ein bewegendes und leider viel zu kurzes Leben. Ruhe in Frieden Christopher George Latore Wallace a.k.a. The Notorious B.I.G. a.k.a. Biggie Smalls! Danke für die Musik, die du uns geschenkt hast!


Afeni Shakur & Voletta Wallace bei den 16. MTV Video Music Awards 1999 • Video


„Notorious“ • Trailer


„Biggie: The Life of The Notorious B.I.G.“ • Trailer


Kategorie: Specials | Autoren: Tim & Freddy | Fotocredit (The Notorious B.I.G.): Warner Music Group

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